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Fallstudien


Petrobras hat @RISK in sein unternehmensinternes E&P-System Progride integriert. Durch diese Integration wurde eine akkurate und umfassende Bewertung von Produktionsplattformen ermöglicht, für die mehrere Bohrkonzessionen erforderlich sind. Dadurch wurde sehr viel Rechenzeit eingespart
Petrobras verwendet @RISK für die E&P-Analyse

Die Herausforderung
Was den Markt- oder Kurswert anbelangt, ist Petrobras (der brasilianische Erdölproduzent und Raffineriebetrieb) weltweit das achtgrößte Unternehmen. Die Investitionen dieses Unternehmens belaufen sich auf mehr als 53 Milliarden Dollar, einschließlich mehr als 13.000 produktiver Erdöl- und Erdgasbohrungen und 112 Bohrinseln.

Vor kurzem implementierte das Unternehmen ein unternehmensweites Protokoll in Bezug auf die Auswertung der mit geplanten Investitionen verbundenen wirtschaftlichen Risiken. Bei den für Petrobras wichtigen Risiken handelt es sich um solche im Zusammenhang mit: Erdöl- und Erdgasproduktion, Derivatsbedarf, Rohstoffpreisen, Betriebsanfangszeiten sowie Änderungen im Unternehmenskapital (CAPEX) und in den Betriebsausgaben (OPEX). Bei der Analyse dieser Risiken achtet Petrobras besonders auf folgende Indikatoren: erwarteter NBW; Standardabweichung des NBW, um möglichst das Risiko zu erkennen, das mit der betreffenden Aktion verbunden ist; Wahrscheinlichkeit eines negativen NBW oder eines Geldverlustes; 95-prozentige Risikospanne (VAR) des NBW (wobei es sich um den Mindestbetrag handelt, der bei einer 5-prozentigen Verlustmöglichkeit für Petrobras verlorengehen könnte).

Progride-System von Petrobras
Um diese Risiken bewerten zu können, entwickelte die E&P-Abteilung von Petrobras ein unternehmensinternes System, das „Progride“ genannt wird. Progride ist Excel-basiert und verwendet entsprechend angepasste C++-Unterroutinen für die Analysen. Petrobras verwendet dieses System, um verschiedene E&P-Anwendungen zu modellieren, wie z. B.: Erdöltendenzen, einschließlich Preisgestaltung und Preisspanne; Einkommenssteuer und Lizenzgebühren; Abschreibung; Residualwert und wirtschaftliche Lebensdauer des Projekts; Empfindlichkeitsanalyse sowie auch andere interne Wirtschaftsindikatoren. Progride kann ebenfalls für die Risikoanalyse verwendet werden.

Das System ist in der Lage, mit komplexen Situationen wie z. B. mehreren voneinander abhängigen Projekten (beispielsweise Basisprojekt mit komplementären Projekten) innerhalb derselben geografischen Ölfundstelle oder „Bohrkonzession“ fertig zu werden. Bei einer Bohrkonzession handelt es sich für Petrobras um das Recht, in einem bestimmten Bereich zu bohren. Gewöhnlich sind damit auch Verpflichtungen wie z. B. Miete, Steuern und Lizenzgebühren verbunden. Mithilfe von Progride können außerdem zu erwartende zukünftige Produktionsprojekte verwaltet werden sowie auch Projekte zum Reduzieren des Betriebsaufwands.

Konventionelle Progride-Analyse
Durch die E&P-Analytiker bei Petrobras werden viele Daten eingegeben, um eine konventionelle Progride-Analyse auszuführen, d. h. um Vermutungen über unbestimmte Ereignisse vorzunehmen. Bei diesen Daten handelt es sich u. a. um: Rabatte; Inflationsraten; Steuersätze und Wechselkurse; Datumswerte für den Betriebsstart; Abschreibungsdauer; Erdölpreise; Ölbohrungs-Ertragskurven; Erdgas und Wasser sowie Wassereinspritzungen; Investitionsprogramme (z. B. für Bohrungen, Übertageanlagen und Ölförderung; feste und variable Betriebskosten sowie Stilllegungskosten.

Aus solcher Analyse ergibt sich dann der NBW- und IRR-Wert sowie die Dauer des Projekts. Auch geht aus dieser Analyse das beste Datum für Projektaufgabe sowie das finanzielle Risiko für das Unternehmen hervor.  Diese Ergebnisse beruhen auf den bestmöglichen Schätzungswerten in Bezug auf die eingegebenen Daten. Auch wird davon ausgegangen, dass diese Daten zu 100 % bestimmt oder gewiss sind. Mit anderen Worten, es wird kein Risiko mit berücksichtigt.

Risikoanalyse in Progride
Um die Risikoanalyse in Progride ausführen zu können, müssen die Analytiker Verteilungen konstruieren, aus denen die Möglichkeitsbereiche für die wichtigsten  Eingabevariablen hervorgehen. Dabei handelt es sich u. a. um: stochastische Produktionskurven bezüglich Bohrungsstelle; Erdgas und Wasser sowie Wassereinspritzungen; betriebliche Produktionskapazität (pro Einheit); Verteilungen für Abweichungen in den einzelnen CAPEX- und OPEX-Komponenten; Verteilung bezüglich Betriebsstartdatum.

Aus dieser Risikoanalyse ergibt sich auch der erwartete NBW für das Projekt nebst Histogramm und Streuung bzw. Risiko in Verbindung mit dem erwarteten NBW. Auch ist daraus die evtl. Wahrscheinlichkeit eines negativen NBW, d. h. eines verlustbringenden Projekts zu erkennen.

Beschränkungen hinsichtlich Progride
Obwohl Progride recht nützlich für Petrobras ist, hat das Programm aber eine Reihe von erheblichen Beschränkungen. Aus diesem Grunde ist das Unternehmen jetzt an @RISK interessiert. Die Risikoanalyse in Progride ermöglicht z. B. dem Benutzer keinen Zugriff auf die Simulationsdaten, wodurch die Analytiker sich die verschiedenen stochastischen Szenarien nicht genauer ansehen können. Auch kann Progride kompliziertere Projekte nicht effektiv handhaben. Das betrifft beispielsweise Projekte, die in Partnerschaft mit anderen Unternehmen ausgeführt werden, und auch Projekte mit gemeinsamer Infrastruktur oder mehreren Konzessionen.

Um sich die Auswirkungen dieser Beschränkungen klarzumachen, sollte man sich z. B. ein integriertes Entwicklungsprojekt mit Produktion aus zwei Konzessionen oder aus bestimmten Bohransätzen vorstellen. Petrobras investiert in diesem Fall in nur eine gemeinsame Erdölproduktionseinheit, obwohl zwei Konzessionen vorhanden sind. Es besteht also ein gemeinsames Unternehmenskapital (CAPEX). Das Unternehmen muss jedoch die beiden Konzessionen getrennt halten, da dieses für die brasilianische ANP (Nationale Erdölagentur) in Bezug auf Bereichsmiete, Lizenzgebühren und F+E (Forschung und Entwicklung) erforderlich ist (siehe Abb. 1).


Abbildung 1

In solcher Situation muss die Risikoanalyse das gesamte integrierte Projekt mit einbeziehen. Es sind nämlich Risikofaktoren vorhanden, die sich auf beide Konzessionen beziehen, wie z. B. die Preise und CAPEX. Aber es gibt auch unabhängige Risikofaktoren, beispielsweise die Produktionswerte und das Startdatum des Projekts. Einige Kosten sollten auf jeden Fall separate pro Konzession behandelt werden. Zu diesen Kosten gehören Miete für den Bohrbereich, Lizenzgebühren und Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Gewisse Abschreibungsarten (z. B. auf Erdölquellen) sollten ebenfalls für jede Konzession getrennt berechnet werden. Projekte mit mehreren Konzessionen kommen ziemlich häufig vor, aber für die Analyse solcher Projekte in Progride sind Tausende von Stunden erforderlich, sodass solche Analyse unpraktisch und auch möglicherweise ungenau ist.

Die Lösung mittels @RISK-Progride
Um dieses Problem zu vermeiden, hat die E&P-Abteilung von Petrobras das @RISK-Programm hinzugezogen. Rafael Hartke, der Leiter der Abteilung für Finanzplanung und Risikomanagement bei Petrobras, hat eine Methode entwickelt, über die @RISK in Progride integriert werden kann, und zwar mithilfe des Excel-Programms. Dieses System ermöglicht Rafael Hartke, eine akkurate und umfassende Bewertung einer mehrere Konzessionen einbeziehenden Produktionsplattform vorzunehmen und dabei viel an Bearbeitungszeit einzusparen.

Für das vorstehend beschriebene Projekt mit mehreren Konzessionen muss das Unternehmen z. B. drei separate Progride-Analysen einrichten – eine für Konzession A, eine für Konzession B und eine weitere für das integrierte Projekt A+B. Anschließend modellieren die Analytiker dann in @RISK die wahrscheinlichkeitstheoretischen oder stochastischen Szenarien sowohl für die gemeinsamen Risikofaktoren (d. h. für Preise, CAPEX, Abweichungen usw.) als auch für die unabhängigen Risiken (z. B. für die Risikofaktoren bezüglich Produktion, Betriebsstartdatum usw.) in Bezug auf jede einzelne Konzession.

Für jede Konzession wird eine konventionelle Progride-Analyse ausgeführt, und zwar unter Verwendung der durch @RISK in Form von Eingabedaten generierten stochastischen Szenarien.

Diese Analyse wird daraufhin in @RISK ausgeführt, indem ein Makro aufgerufen wird, wodurch dann während der @RISK-Simulation das Progride-Programm ausgeführt werden kann.

Aus den Ergebnissen dieser beiden konventionellen Konzessionsanalysen wird dann jeweils das stochastische Szenario für Produktion, Einnahmen, CAPEX, OPEX, Finanzkosten, Abschreibungen usw. generiert.

Siehe Abbildung 2 und 3.

Abbildung 2


Abbildung 3

Die Ergebnisse aus den einzelnen Konzessionen werden dann summiert, um die stochastischen Szenarien für das gesamte integrierte Projekt (A+B) zu ermitteln. Als nächstes wird eine konventionelle Progride-Analyse für das integrierte Projekt in @RISK ausgeführt, und zwar unter Verwendung der zusammengefassten stochastischen Szenarien als Eingabedaten. Aus den Analysenergebnissen werden anschließend die gewünschten Risikoindikatoren für das gesamte Projekt errechnet (siehe Abbildung 4).


Abbildung 4

So einfach wie 3-2-1

Der gesamte @RISK-Progride-Vorgang besteht lediglich aus 3 Phasen, 2 Funktionen und 1 Makro.
Bei den 3 Phasen muss wie folgt vorgegangen werden:

  1. Verwenden Sie @RISK, um die stochastischen Szenarien für die gemeinsamen und unabhängigen Risikofaktoren zu modellieren und zu generieren.
  2. Verknüpfen Sie für jede Konzession die in @RISK generierten stochastischen Szenarien mit den Eingabedaten der konventionellen Progride-Analyse, und zwar unter Verwendung der Funktion OFFSET in Excel und der Funktion RiskCurrentIter in @RISK.
  3. Führen Sie jede konventionelle Progride-Analyse einzeln in @RISK aus, indem Sie das Makro aufrufen, durch das die konventionelle Progride-Analyse nach jeder @RISK-Iteration ausgeführt wird.

Folgende zwei Hauptfunktionen werden für die Zusammenarbeit von @RISK und Progride verwendet:

  1. RiskCurrentIter() –  Dies ist eine @RISK-Statistikfunktion, durch die der Wert der aktuell ausgeführten Simulations-Iteration zurückgegeben wird.
  2. Offset(Zellverweis, Zeilen, Spalten) –  Dies ist eine Excel-Funktion, durch die der Wert einer Zelle zurückgegeben wird, die sich eine bestimmte Anzahl von Zeilen und Spalten von der angegebenen Verweiszelle entfernt befindet.

Für diesen ganzen Vorgang wird lediglich ein einziges Makro verwendet. Während einer Simulation wird dieses Makro durch @RISK nach jeder Neuberechnungs-Iteration ausgeführt. Durch das Makro wird ganz einfach das Progride-Programm ausgeführt und folgender Code eingegeben: SendKeys "%PX", True

Vorteile der Lösung mittels @RISK-Progride
Durch die von Petrobras entwickelte integrierte Lösung ergeben sich folgende wertvolle Vorteile für das Unternehmen. Erst einmal ermöglicht diese Lösung die separate Behandlung von stochastischen Szenarien für gemeinsame Risikofaktoren, die den zu analysierenden Projekten eigen sind. Zweitens ist es durch @RISK möglich, Partnerschaftsprojekte zu analysieren. Ähnlich wie im vorstehenden Beispiel, wird eine separate Progride-Analyse für jeden Partner ausgeführt, in der die finanziellen Aspekte getrennt, aber die Risikofaktoren des Projekts als zusammenhängend behandelt werden. Wie bereits erwähnt, ermöglicht diese Methode die Analyse von integrierten Projekten mit mehreren Konzessionen. Dabei wird für jede Konzession eine separate Progride-Analyse ausgeführt, durch die finanzielle und Abschreibungsaspekte einzeln, aber Projektrisikofaktoren als zusammenhängend behandelt werden. Auch können jetzt Projekte, die eine mit anderen separaten Projekten oder Konzessionen zusammenhängende Infrastruktur haben, auf ähnliche Weise modelliert werden. Abschließend sollte außerdem noch erwähnt werden, dass Petrobras durch @RISK für Projekte auch weniger Berechnungszeit benötigt, die andernfalls Tausende von Arbeitsstunden in Anspruch nehmen würde. Durch Multiplizierung der gesparten Stunden mit den Lohtarifsätzen ist leicht zu erkennen, wie enorm die Kosteneinsparungen durch Verwendung von @RISK sind.

» „Integration of Corporate Systems and Risk Analysis
   with @RISK“. Auf der Palisade-Konferenz im November
   2009 von Rafael Hartke (Petrobras) gehaltener Vortrag

»
@RISK
» Petrobras



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